12.03.10 10:45 Alter: 2 yrs
Nichts geht mehr auf Rhodos
Kategorie: NEWS
Griechenland streikt und verärgert damit nicht nur europäische Politiker sondern auch viele tausende Touristen, die ihren Flug nicht antreten konnten oder mit den öffentlichen Verkehrsmittel durch Griechenland reisen wollten.
Eine grosse Streikwelle hat das öffentliche Leben in Griechenland so gut wie lahm gelegt. Nichts ging mehr, laut Gewerkschaften sollen sich gut 50?000 Menschen an den Streiks gegen das Sparprogramm der Regierung beteiligt haben. Viele Menschen und Politiker in Europa machen die Streiks der Griechen wütend, sind es doch Länder wie Deutschland und Frankreich, die wohl den Kopf für die hohe Verschuldung von Griechenland hinhalten werden müssen. Laut Medienberichten soll es auch zu einigen kleineren Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizei gekommen sein. Vom Streik betroffen waren auch die Touristen. Die Fluglotsen legten ihre Arbeit nieder und blockierten so den Luftverkehr. Auch die Fähren konnten nicht fahrplanmässig ablegen, auch hier wurde gestreikt. Ebenso geschlossen blieben Krankenhäuser, Universitäten und Radio- und Fernsehstationen. Laut der Zeitung Welt.de wurden auch einige Luxushotels blockiert. Die Eingänge der Hotels wurden durch Mitglieder der Hotelleriegewerkschaft versperrt.
Mit den Streiks wollten die Griechen ihren Unmut über den harten Sparkurs der Regierung um Ministerpräsident Giorgos Papandreou ausdrücken. Die Eu-Kommission musste einschreiten nachdem festgestellt wurde, dass Griechenland massiv überschuldet ist und wohl Zahlen manipuliert oder zumindest Schulden verschleiert hat. Zur Zeit beträgt das Haushaltsdefizit gut 12.8 Prozent des BIP. Ein viel zu hoher Wert. Mit den angekündigten Sparmassnahmen soll die Verschuldung in diesem Jahr noch um vier Prozente gesenkt werden. Solch drastische Schuldenreduktionen können nur mit massiven Einschnitten vollbracht werden. Diese Einschnitte bei Rente und Gehalt passt den Angestellten im öffentlichen Dienst überhaupt nicht. Trotzdem ist sie die einzige mögliche Massnahme um das Land vor einem drohenden Staatsbankrott zu retten. Nebst den Einsparungen bei Rente und Gehalt im öffentlichen Dienst soll auch die Mehrwertsteuer um zwei Prozentpunkte angehoben werden. In ganz Europa hat die hohe Verschuldung in Griechenland eine grosse Diskussion ausgelöst. Einige Länder haben die Gründung eines Europäischen Währungsfonds nach dem Vorbild des IWF vorgeschlagen. Die meisten Politiker sind sich einig, die Griechen fallenzulassen sei keine Lösung. Durch einen Staatsbankrott würde der Euro noch weiter in den Keller stürzten, nachdem die europäische Währung bereits in den letzten Wochen deutlich an Wert verloren hatte. Direktzahlungen innerhalb der EU sind ebenso, da nicht legal, ausgeschlossen. Die Unruhen in Griechenland dürften noch einige zeitlang anhalten. Ausserdem ist fraglich, wie lange sich die Regierung von Papandreou an der Macht halten kann. Seine in jüngster Zeit getroffenen Entscheidungen sind ebenso notwendig wie unpopulär.